Nikolaus Straub – Notar und Bibelübersetzer 60 Jahre vor Luther

Eine Heilbronner Karriere vor 600 Jahren

Vortrag von Professor Dr. Andreas Deutsch, Leiter der Forschungsstelle „Deutsches Rechtswörterbuch“

Donnerstag 13. Oktober 2016 | 18:30 Uhr
Heinrich-Fries-Haus | Bahnhofstraße 13 | 74072 Heilbronn

Bislang war unklar, von wem jene Bibelübersetzung stammt, die, deutlich vor Luther entstanden, heute als „Manuskript 35“ in Leipzig liegt. Neue Forschungen belegen, dass sie durch den schwäbischen Notar Nikolaus Straub verfasst wurde – kurz bevor er 1465 nach Heilbronn kam. In der Neckarstadt wurde Straub (als erster überhaupt) zum reichsstädtischen Generalsyndikus berufen. Von hier aus reiste er dann in diplomatischer Mission unter anderem drei Mal zum Papst in Rom. Es ging um die Reform von Heilbronner Klöstern und die Pfarrei der Kilianskirche. Die Reiseberichte lesen sich wie ein Kriminalroman, so war einmal gerade die Pest ausgebrochen, als Straub in der Ewigen Stadt ankam. Die dritte Romreise dauerte rund zwei Jahre. Unter anderem beschaffte Straub eine Ablassurkunde zur Finanzierung des Chors der Kilianskirche.

Der Rechtshistoriker Prof. Dr. jur. Andreas Deutsch  ist Leiter der Forschungsstelle „Deutsches Rechtswörterbuch“ an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Lehrbeauftragter der Universität Heidelberg. Er ist in Schwäbisch Hall geboren und genießt in der Region als brillanter Redner und Fachmann einen sehr guten Ruf.

(Das Deutsche Rechtswörterbuch ist das Großwörterbuch zur historischen Deutschen Rechtssprache – unter anderem werden darin auch Heilbronner Quellen verarbeitet. Mehr Info: http://www.deutsches-rechtswoerterbuch.de/ueber.htm)

 

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Götz von Berlichingen – ein Strauchritter und Raubunternehmer?

Donnerstag, 13. März 2014

                        Vortrag Prof. Dr. Kurt Andermann, Karlsruhe und Freiburg

 

Götz von Berlichingen – ein Strauchritter und Raubunternehmer?

Götz von Berlichingen ist in aller Munde. Diese Feststellung gilt keineswegs allein für jenes geflügelte Wort, das gar nicht durch Götz selbst, son­dern erst durch Goethes gleichnami­ges Drama ge­wis­sermaßen salon­fähig wurde. Sie gilt auch hinsichtlich der Beurteilung Ber­lichingens unter Historikern. Nachdem nämlich der „Ritter mit der eisernen Hand“ er­staunlich lang überhaupt kein Thema war, hat sich in den letz­ten drei Jahrzehnten ein akademi­scher Disput dar­über entspon­nen, wie man Göt­zens Un­ternehmungen, seine zahlreichen Fehden und seine Be­teili­gung am Bau­ernkrieg, zu beurteilen habe, ob man sie für über­lebtes Raub- und Strauch­ritter­tum, für mo­dernes Raub­unterneh­mertum oder ganz einfach für stan­despoli­tische Interessen­wahrung in einer Zeit tiefgreifender Um­brüche halten soll. Der Vortrag will auf diese Fragen eine Antwort geben.

Prof. Dr. Kurt Andermann ist Archivdirektor am Generallandesarchiv in Karls­ruhe und Honorarprofessor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. Seine Forschungen und Veröffentlichungen gelten der südwestdeutschen und der verglei­chenden Landesgeschichte sowie der Verfassungs- und Sozialgeschichte des späten Mittelalters und der frü­hen Neuzeit.

Nach seinem Vortrag Fränkischer Uradel: die Freiherren von Berlichingen im Oktober 2013sind wir gespannt auf den Vortrag über „Götz“.

THEMENABEND „ARCHÄOLOGIE UND STADTGESCHICHTE“

Mittwoch, 5. Februar 2014 um 19 Uhr im Haus der Stadtgeschichte

EINFÜHRUNG:

Die Anfänge der Heilbronner Stadtgeschichte aus archäologischer und historischer Sicht

Dr. Christina Jacob // Städtische Museen Heilbronn

und Peter Wanner M. A. // Stadtarchiv Heilbronn

 Zahlreiche geplante Baustellen in der Innenstadt Heilbronns können in der nächsten Zeit dazu beitragen, offene Fragen zur frühen Stadtgeschichte von Heilbronn zu klären. In einer kurzen Einführung stellen Christina Jacob und Peter Wanner die bekannten Fakten vor.

 VORTRAG:

Entwicklungsgeschichte einer Stadt anhand archäologischer Untersuchungen

am Beispiel von Pforzheim

Dr. Folke Damminger,  Regierungspräsidium Karlsruhe, Denkmalpflege

 Die archäologischen Untersuchungen in der ebenso wie Heilbronn kriegszerstörten Stadt Pforzheim ermöglichen eine Darstellung der Stadtgeschichte, die das Wissen aus den schriftlichen Quellen ergänzen. Folke Damminger berichtet über die Möglichkeiten und die Problematik an Beispielen der Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte in Pforzheim.

Um den Platzbedarf einschätzen zu können, bitten wir unbedingt um Anmeldung unter Tel 07131-963212 oder unter info@hv-hn.de

VORTRAG VON PROF. DR. KURT ANDERMANN, Generallandesarchiv Karlsruhe:

Fränkischer Uradel: die Freiherren von Berlichingen

um 19:30 Uhr im Zunftsaal des „Haus des Handwerks“ (Allee 76)

Alle glauben Götz zu kennen. Wer aber kennt seine Familie? Die Freiherren von Berlichingen, die auf eine mehr als achthundertjährige Geschichte zurückblicken können, zählen zu den namhaftesten und bedeutendsten Ritteradelsgeschlechtern Frankens, aber seit Goethes vielzitiertem Drama stehen sie allzu sehr im Schatten ihres be­rühmtesten Vertreters. Der Vortrag entwirft ein Portrait der Familie, das deut­lich macht, dass sich mit dem Namen Berlichingen sehr viel mehr verbindet als nur die Erinnerung an den „Ritter mit der eisernen Hand“.

Prof. Dr. Kurt Andermann ist Referatsleiter für die Altbestände im Generallandesarchiv Karlsruhe, interimistischer Leiter des Hohenlohe-Zentralarchivs Neuenstein und für die Fächer mittelalter­liche und frühneuzeitliche Geschichte Honorarprofessor der Universität Freiburg im Breisgau. Seine Forschungen gelten der südwestdeutschen und vergleichenden Landesgeschichte sowie der Verfassungs- und Sozialgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Im Frühjahr 2014 ist ein weiterer Vortrag von Herrn Prof. Dr.  Andermann vorgesehen mit dem Thema  „Götz von Berlichingen und Heilbronn“  

„80 Tonnen Keltengrab“

VORTRAG von Professor Dr. Dirk Krausse- Landesarchäologe im Regierungspräsidium Stuttgart

Die Heuneburg an der oberen Donau gehört zu den bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Deutschlands. Bei diesem mit repräsentativen Mauern, Türmen und Toren in mediterraner Lehmziegelbauweise um 600 v. Chr. errichteten Fürstensitz könnte es sich um die von Herodot, dem Vater der Geschichtsschreibung, erwähnte Keltenstadt Pyrene handeln. Heuneburg/Pyrene wäre damit der älteste historisch erwähnte Ort Deutschlands und darüber hinaus ganz Mitteleuropas. 

Die archäologische Erforschung der Heuneburg und ihrer Umgebung läuft seit über 60 Jahren, ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Erst in den letzten Jahren wurden bei Ausgrabungen des Landesamts für Denkmalpflege und der Universität Tübingen z.T. sensationelle Neufunde ans Tageslicht gefördert. Von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung war dabei die Bergung eines unberaubten Holzkammergrabes einer vornehmen frühkeltischen Dame Ende 2010. In einer spektakulären Bergung wurde das mit reichen Gold-, Bernstein- und Bronzebeigaben, aber auch organischen Objekten ausgestattete Fürstinnengrab als 80t schwerer Block gehoben und mit einem Schwertransport nach Ludwigsburg ins Labor transportiert. Hier wird das Grab mit seinen kostbaren Beigaben seit einem Jahr minutiös Millimeter für Millimeter freigelegt.

 Der spannende Vortrag von Professor Krausse schildert neben Entdeckung, Bergung und Transport auch den aktuellen Stand der Ausgrabungen und Laboruntersuchungen.

Wann: Dienstag 6. November 2012 um 19 Uhr in den Städtischen Museen Heilbronn

– BAYERN, HOHENZOLLERN, WÜRTTEMBERG –

–          BAYERN, HOHENZOLLERN, WÜRTTEMBERG  –

Süddeutsche herrschaftliche Architektur um 1900

Vortrag von Herrn Dr. Joachim Hennze,
Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn

am Donnerstag 18. Oktober 2012
um 19:30 Uhr im Zunftsaal des „Haus des Handwerks“

Weil das Haus Hohenzollern 2011 sein 950jähriges Jubiläum feierte, erarbeiteten Dr. Karlheinz Fuchs, Mitarbeiter der Denkmalstiftung Baden-Württemberg,  und Dr. Joachim Hennze einen Bildvortrag.
Darin werden bedeutende Werke der Baukunst im Kaiserreich vorgestellt: Die Arbeiten der Brüder Emanuel und Gabriel von Seidl in München und Sigmaringen, die Arbeiten Theodor Fischers in München und Stuttgart, die der Architekten Schmohl & Stähelin in Stuttgart, sowie die von Max Littmann und Martin Elsaesser ebenfalls in Stuttgart. Die hier gezeigten Gebäude gehören allesamt zum Übergang von Historismus zur Vormoderne, die Architekten sind Wegbereiter der deutschen Architektur des 20. Jahrhunderts

Starke Frauen in Heilbronn – historisch betrachtet

Caroline Reiner geb. Cluss

Caroline Reiner geb. Cluss

Vortrag in Kooperation mit dem Stadtarchiv und der Volkshochschule Heilbronn
Vorgestellt werden Frauen, die selbständig lebten und dachten, die ein Geschäft eröffneten oder ein Unternehmen leiteten – das gab es hier bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts! Im Mittelpunkt des Vortrags stehen dabei Heilbronnerinnen, die heute nahezu unbekannt sind. Da ihre Biographien auch immer etwas Zeittypisches aufweisen, gewähren sie interessante Einblicke in die Heilbronner Stadt- und Alltagsgeschichte vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Nachkriegsjahre.

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